SFL Präventionsmandat

Fussball bewegt die Schweiz. In der Saison 2024/25 verzeichnet die Schweizer Fussballliga in der Super League im Durchschnitt rund 12 300 Zuschauende pro Spiel (Quelle: SFL). Die grosse gesellschaftliche Bedeutung des Fussballs zeigt sich auch darin, dass er eine erhöhte mediale und politische Aufmerksamkeit erfährt. In der Berichterstattung zu Fussballspielen geht es dabei oftmals weniger um die Leistungen der auf dem Platz stehenden Fussballer als um normabweichende Handlungen anwesender Zuschauenden.  Die steigende Zahl der Zuschauenden führt dazu, dass sich immer mehr Fans – insbesondere junge – in die Fankurven begeben und an Auswärtsspiele reisen. Dies stellt sowohl die Clubs als auch die Fussballliga vor Herausforderungen im Bereich der Prävention. So fällt etwa die Organisation von Auswärtsreisen, die Begleitung und Betreuung von Fans beim Stadioneinlass und bei Fanmärschen, sowie der Austausch zwischen Fans und Clubs in den Bereich der clubbezogenen Präventionsarbeit. Genau hier bewegt sich auch die Zusammenarbeit des Instituts für Strafrecht und Kriminologie der Universität Bern mit der Swiss Football League (SFL).

Die Universität Bern unterstützt die SFL seit 2024 im Rahmen des SFL-Präventionsmandats in den Bereichen Sicherheit und Prävention. Dabei leistet das Team der Universität Bern Fachunterstützung, und bringt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zielbringend in die Präventionsarbeit mit ein. Der Hauptfokus des Mandats liegt auf der Rolle der Supporter Liaison Officers (SLO; teils auch als Fanverantwortliche, Fanbeauftrage oder clubbezogene Fanarbeit bezeichnet) in der Challenge und Super League. Ein*e SLO ist eine Person, die für sämtliche Fananliegen eines jeweiligen Clubs zuständig ist. Die Hauptaufgabe dieser Position besteht in der Vermittlung zwischen den Fans, dem Verein, der Polizei und weiteren relevanten Akteuren (Quelle: UEFA). Sie kümmern sich um die Sicherstellung und Gestaltung des Dialogs zwischen Clubs, Fans und Behörden und vermitteln zwischen Fans und Club und deren Interessen. Die Funktion dieser Tätigkeit ist in Artikel 35 des UEFA-Reglements festgehalten. Auch wenn die Umsetzung dieser Rolle in der Schweiz von Club zu Club sehr unterschiedlich ist, kommt den SLOs eine zentrale Rolle an und neben Spieltagen zu, was auch verschiedene Forschungsergebnisse verdeutlichen.

Die am ISK angesiedelte Forschungsstelle „Gewalt bei Sportveranstaltungen” arbeitete bei der Entstehung des Präventionsmandats bereits erfolgreich mit der SFL zusammen. Aus dieser bestehenden Beziehung entstand die Idee einer weiteren Zusammenarbeit in Form des heutigen Mandats. Das Präventionsmandat war ursprünglich auf eine Dauer von zwei Jahren angesetzt. In der ersten Laufzeit wurde erfolgreich eine Vernetzung der SLOs aller Schweizer Clubs der SFL umgesetzt. Des Weiteren wurde die SLO-Rolle weiterentwickelt und gestärkt. Ausserdem wurde eine Bedarfsanalyse zur Bildung eines unabhängigen Kompetenzzentrums durchgeführt. Im Jahr 2025 wurde das Präventionsmandat für weitere zwei Jahre verlängert. Derzeit liegt der Schwerpunkt des Präventionsmandats auf folgenden drei Bereichen:

  • Vernetzung: die Organisation und Durchführung von jährlichen Vernetzungsanlässe für SLOs und sozioprofessionelle Fanarbeitende von Challenge und Super League Clubs.
  • Weiterbildung: die Entwicklung und Durchführung neuer Weiterbildungsangebote, die sich an den verschiedenen Realitäten des Berufslebens der SLOs orientieren.
  • Lizenzierung: die individuelle Begleitung des Lizenzierungsverfahren im Bereich Prävention jedes Clubs der Challenge und Super League.